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Demenz im Überblick

Die generell steigende Lebenserwartung in unserer Gesellschaft führt zu einem stetig wachsenden Anteil alter Menschen. Viele von ihnen weisen nicht nur durch ihr Alter bedingte multimorbide physische Leiden auf, sondern auch/oder ein breites Spektrum an psychischen Störungen. Insbesondere die Zunahme und Schwere psychischer Veränderungen haben einen pflegerischen Hilfebedarf zur Folge, der in den meisten Fällen nicht mehr im Rahmen der Versorgung durch Angehörige oder ambulante Dienstleistungen im eigenen Haushalt abgedeckt werden kann. Die von einer Demenz betroffenen Menschen verlieren ihre Selbstversorgungsfähigkeit in einem Maß, dass sie - auf sich allein gestellt - zu verwahrlosen und schlimmstenfalls sogar zu verhungern drohen. Sie können zwar oftmals die Verrichtungen des täglichen Lebens motorisch noch durchaus ausüben, sind jedoch persönlich nicht mehr in der Lage, die Notwendigkeit dafür zu erkennen und dementsprechend in gezieltes, sinnvolles Handeln umsetzen.

Kennzeichen und Formen von Demenz

Allgemeines Kennzeichen dementieller Erkrankungen ist der Verlust intellektueller Fähigkeiten, der insbesondere zu gravierenden Veränderungen des persönlichen Selbstverständnisses sowie der sozialen Kompetenz führt. Die unterschiedlichen Symptome lassen sich hinsichtlich der durch sie bedingten Ausfallerscheinungen differenzieren in

Neuropsychologische Defizite, beispielsweise

• Störungen von Kurz- und Langzeitgedächtnis
• Sprachstörungen (amnestische Aphasie, Dysphasie etc.)
• ideatorische Apraxie
• lokale, temporale und situative Orientierungsstörungen• Schlafstörungen

Sensorische Störungen, beispielsweise

• Verminderung der Reizverarbeitung (Dyslexie)
• Agnosie

• Senso-motorische Apraxie

Psychische Störungen, beispielsweise

• Affektlabilität
• Depression
• Aggression
• Verhaltensauffälligkeiten, wie beispielsweise Distanzverlust, Ruhelosigkeit etc.

Motorische Störungen

Das bedeutet Störungen der willkürlichen aktiven Muskelbewegungen, wie beispielsweise der Mobilität, der Gestik oder Mimik. Dementielle Erkrankungen, die die Betreuung in einer vollstationären Pflegeeinrichtung erforderlich machen, sind grundsätzlich irreversibel und/oder fortschreitend.

Man unterscheidet hier vier Formen:

• Primär degenerative Demenzen, beispielsweise Demenz vom Alzheimer Typ, hirnorganisches Psychosyndrom etc.

• Vaskuläre Demenzen, beispielsweise Multi-Infarkt-Demenz
• Traumatische Hirnschädigungen
• Tumore mit folgender Demenz

Die Ursachen dementieller Erkrankungen sind sehr unterschiedlicher Art, z. B. Schädelverletzungen, toxische Schädigungen, Apoplex, Stoffwechselerkrankungen und vieles mehr. Die Folgen hingegen sind bei allen Demenzformen gleich: Verlust der Selbstversorgungsfähigkeit und damit Verlust der individuellen Unabhängigkeit.

Betreuung und Pflege von Demenz Betroffenen

Die dauerhaft und zum Teil schwer eingeschränkten Fähigkeiten zur selbstständigen Verrichtung der regelmäßig wiederkehrenden Aktivitäten des täglichen Lebens erfordern ganztägig eine gezielte Anleitung und Beaufsichtigung bei der Ausführung dieser Aktivitäten. In vielen Fällen impliziert die pflegerische Betreuung aber auch die teilweise oder vollständige Übernahme der Verrichtungen selbst.

Das Krankheitsbild selbst erfordert eine permanente Neuorientierung der betreuenden Person, da sie sich an die jeweilige Befindlichkeit des Bewohners anpassen muss. Diese kann - je nach Situation und Tagesform - sprunghaft wechseln. Dabei muss sich die betreuende Person immer bewusst machen, dass der Hilfsbedürftige seine Krankheit nicht aus eigener Kraft bewältigen kann. Ein an Demenz erkrankter Mensch darf nicht mit dem Leistungsmaßstab Gesunder gemessen werden. Er ist darauf angewiesen, dass seine Umgebung sich vollständig auf seine krankheitsbedingten Veränderungen einstellt.

Doch nicht nur die pflegerischen Aktivitäten im engeren Sinne verlangen ein hohes Engagement. Für die Betroffenen und Angehörigen ist die Krankheit mit ihrem fortschreitenden unabänderlichen Verlauf häufig nicht leicht zu akzeptieren; das Wissen um die Erkrankung und ihre Folgen stellt eine zusätzliche psychische Belastung dar, die es mit professioneller pflegerischer Unterstützung zu bewältigen gilt.

Demente Bewohner treffen täglich auf viele unterschiedliche Menschen mit den unterschiedlichsten Verhaltensmustern und Einstellungen zu ihren Arbeitsaufgaben. Es gibt keine häuslichen oder täglich wiederkehrenden Tätigkeiten für einen dementen Bewohner in herkömmlichen Alteneinrichtungen. Dies alles kann zu einer Überstimulierung bei Dementen führen, da der Alltag für sie nicht einfach genug strukturiert ist. Überstimulierung und Überforderung erhöhen das Stressniveau und können bei Mittelschwer- und Schwerstdementen zu noch mehr Konfusion, Angst, Aggression und Verwirrung führen.

Hier sind Einrichtungen mit professionellen Pflegeteams gefragt, die nicht nur existenzielle Grundbedürfnisse sichern, sondern mit den Besonderheiten dementieller Erkrankungen vertraut sind und eine an den jeweiligen persönlichen Voraussetzungen eines Bewohners orientierte Pflege und Betreuung bieten.

Ziel unserer altentherapeutischen Arbeit ist die Erhaltung der bereits vorhandenen, die Wiedererlangung der verlernten und die Förderung neuer Fähigkeiten. Insbesondere gilt es, die gerontopsychiatrisch beeinträchtigten Bewohner durch die Schaffung der entsprechenden Rahmenbedingungen zur höchstmöglichen Lebensqualität zu führen. Dabei motivieren wir unsere Bewohner ihr Leben aktiv mitzugestalten.

Das Konzept der GPS zur besonderen stationären Betreuung von Dementen dient allen, an der Pflege beteiligten Mitarbeiter, als Ziel und Orientierung für die tägliche Arbeit. Das Konzept orientiert sich an der Biographie des Bewohners, da sich nur aufgrund der Lebensgeschichte eine individuelle Pflege und Betreuung erreichen lässt. Weitere Details dazu finden Sie als Download.